Greta Garbos letzter Film „Die zwei Gesichter einer Frau“ (1941) – 36jährig zog sich „Die Göttliche“ Hollywood-Diva aus der Filmbranche zurück und war nahezu 50 Jahre nur noch als Spaziergängerin in New York zu sehen

In den Skiferien verliebt sich Larry Blake (Melvyn Douglas, erhielt zwei Oscars und brachte die Garbo in „Ninotschka“ das erste Mal vor der Kamera zum Lachen) in die sexy Skilehrerin und perfekte Sportlerin Karin (Greta Garbo, „Anna Christie“). Die beiden heiraten und sie folgt ihm von Sun Valley nach New York. Die Turbulenzen beginnen, als die Ex-Freundin, Schauspielerin und das intrigante Scheusal Griselda Vaughn (Constance Bennett, „What price Hollywood“ und vom Studiopublikum als bestgekleidete Frau der Welt stilisiert) auftaucht. Karin wird von ihr als dümmlich und ohne Manieren vorgeführt, woraufhin diese Larry gekränkt verlässt, um später als erfundene Zwillingsschwester und verruchtes Luxusgeschöpf Katrin wieder aufzutauchen, und ein gehöriges Schauspiel abliefert. Harrys Sekretärin spielt die Oscar-Gewinnerin Ruth Gordon („Rosemaries Baby“, „Harold and Maude“).

Gewagte Ski-Stunts peppen Liebeskomödie „Die zwei Gesichter einer Frau“ auf

Besagte „Zwillingsschwester“ Katrin spielt Garbo mit einem Dauer-Grinsen, so dass man sie – wäre es keine Liebeskomödie – als Lügnerin leicht durchschauen könnte. Sie bekommt schnell den Spitznamen „Kati“, „Kitty“, die mit ihrer ordinären Lebenseinstellung („Ich setze auf Liebe und ich habe mein Leben vollends der Liebe verschrieben – Verbringe meine Zeit nur mir reichen Männern“) den Männern den Kopf verdreht. Mit Larry legt Kitty-Kati einen spontan improvisierten Tanz aufs Parkett, den „La Tschika-Tschoka“-Dance.

Larry verliebt sich Hals über Kopf in „die andere“ Karin: Katrin (ebenfalls Greta Garbo)

Es dauert nicht lange bis Larry vom Traumbild und der Wirklichkeit Katrins hin und weg ist und sich seinem unausweichbaren Schicksal hingibt – dem spießbürgerlichen Skihasen Karin adieu zu sagen und dem doppelgängerischen Ding Kati-Kitty-Katrin verfällt. Widerlich: die echten Pelze und Fuchsgesichter, die an den Kleidungen der feinen Flittchen im Film hängen. Halsbrecherisch: die gefährlichen Ski-Stunts am Ende.

Hämische Filmkritiken und Kriegsausbruch beenden Garbos einstigen Erfolg schlagartig

Durch den Krieg brachen viele ausländische Märkte für die Garbo weg, deshalb versuchte man ihr Image zu amerikanisieren, was misslang – von der schlechten Beleuchtung ganz zu schweigen. Die Kirche zensierte und strich Szenen aus der Liebeskomödie „Die zwei Gesichter einer Frau“, die „die Institution der Ehe herabsetzten“. Böse Filmkritiken hagelte es von der Journalistin Cecila Ager („Variety“, „New York Post Magazine“), die Greta Garbo als Hanswurst bezeichnete. Der Bombenangriff auf Pearl Habour tat dann auch noch sein Übriges, so dass „Die zwei Gesichter einer Frau“ letztendlich mit Verlust an den Kino-Kassen aufgeführt wurde. Nach wie vor ist in dieser Komödie kein Hanswurst zu sehen, sondern eine bezaubernde, sportliche Frau und ein mondäner, glamouröser Vamp. Zwei verschiedene Charaktere – charmant dargestellt von Hollywoods „Traumprinzessin der Ewigkeit“.

Zum 20. Todestag Greta Garbos († 15. April 1990) sendet 3Sat

  • Anna Christie, am 14.04.2010, um 15 Uhr
  • Die Kameliendame, am 15.04.2010, um 15 Uhr
  • Ninotschka, am 15.04.2010, um 22:25 Uhr

Veröffentlicht am 2014-09-21, in TV-Tipp. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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