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Cher veröffentlicht neues Album mit ABBA-Coverversionen: “Dancing Queen“

Wer hätte das gedacht, Cher veröffentlicht nach ihrem Gast-Auftritt im Filmmusical “Mama Mia – Here we go again“, wo sie bereits zwei ABBA-Titel beisteuerte, ein komplettes Album mit ABBA-Cover-Versionen. Also ich war sehr überrascht und hätte es nicht erwartet!

Bereits in den 90er Jahren coverten Erasure mit “ABBA-esque“ die erfolgreiche schwedische Band. Madonna sagte in einem 90er-Jahre-Interview, während ihrer “Erotica“-Phase, sie fände ABBA langweilig, schrieb aber etlilche Jahre später einen Bettel-Brief an ABBA, um die Rechte für deren Song “Gimme, Gimme, Gimme“ zu erhalten, wodurch sie einen Mega-Hit mit ihrer “Mash-up“-Version “Hung up“ landete.

Chers (72) Opener ist der Titeltrack “Dancing Queen“. Ganz so frisch wie ABBA klingt sie hier nicht, was sehr wahrscheinlich am hohen Altersunterschied während des Aufnahmezeitraums klingt. Wie ABBA heute bei der Interpretation dieses Evergreens klingen würden, mag man nur erahnen, da diese sich als Band komplett aus der Musikwelt zurückgezogen haben – von einem einmaligem Comeback wird in UK gemunkelt. Cher versucht bei diesem Song sehr am Original zu bleiben, aber es hört sich leider nur sehr nachgesungen an, ohne viel Power in der Stimme.

“Gimme, Gimme, Gimme (a man after midnight)“ fetzt schon mehr, mit lautem Bass und man hat hier das Gefühl, Cher musste leider mit “Dancing Queen“ erst einsingen, aber das sei ihr verziehen, das Konzept ABBA geht auf. Das “gimme“ zwischen den Strophen wurde sehr von Madonnas Song “Sorry“ nachgemacht, passt aber super zum Song. Madonna hatte übrigens auch etliche Autotunes-Sequenzen nach Chers Über-Hit “Believe“ übernommen. Weniger erfolgreich, aber nicht unbedingt schlechter sind die ABBA-Cover von 80er-Jahre-HiNRG-Star Hazell Dean.

Mit “Waterloo“ schafften ABBA 1974 den Durchbruch und gewannen den Grand Prix de Eurovision. Wesentlich mehr Bums hätte ich bei Chers Version schon erwartet. Sogar ich hatte den Song im Duett beim Karaoke mit mehr Schmiss performt und tosenden Applaus in einer Lesben-Kneipe erhalten, als ich dort meinen Geburtstag bei der Transe Nina Queer feierte und eine Flasche Eierlikör gewann. Es gibt eine Best-of-ABBA-CD, auf der die vier Schweden ihre großen Hits auf spanisch singen. Die lege ich immer ein, wenn ich den üblichen ABBA-Songs überdrüssig bin. Chers Cover-Album ist auch so eine CD wie diese Spanische… Ein Ersatz für “nach dem üblichen ABBA-Überdruss“. Halt nicht das Original.

“Mamma Mia“ solo zu singen, gelingt nicht wirklich. Auch Cher nicht.

“SOS“ wurde als beschwingter Popsong aufgenommen. Eigentlich unglaublich, wie unbedarft Cher mit über 70 Jahren noch in der Lage ist, fröhliche Popsongs aufzunehmen, die nicht an den Haaren herbeigezogen und nur gewollt klingen. Daran können sich so einige Sängerinnen ab Ü20 ein Beispiel an Cher nehmen. Sie mag operiert sein, aber die Stimme ist es nicht.

“The winner takes it all“ – Das ihrer Mutter gewidmete ABBA-Cover-Album stürmte weltweit die Top-5 der Album-Charts in England und USA auf #2. Man kann hier ganz und gar nicht von einem Flop-Album sprechen, auch wenn viele das gerne täten. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie Rod Stewart mit “Blood Red Roses“ und Logic mit “YSIV“ als tanzende Queen vom Charts-Thron in England und USA stürzt. In Deutschlands Album-Charts stieg Cher hinter Bushido, Rosenstolz, Kastelruther Spatzen und Angelo Kelly & Family ein.

“Chiquitita“ im sanften Flamenco-Style zeigt, wie sehr Cher ABBA eine ganz eigene Note verleiht,  mit sehr viel Gefühl beständig im Gehör des Zuhörers verweilt und sich am Schluss wie ein immer leiser werdender Furz im Wind verfliegt.

“The Name of the Game“ wurde nicht auf dance, sondern im Stile früherer Cher-Songs aus den 90ern produziert, mit einem Hauch von Country.

“One of us“ bittersüsse Ballade, bei der Chers Stimme sich interessant überschlägt. Traditionell sehr gut produziert von ihrem langjährigen Producer Mark Taylor, mit sanften Geigen im Hintergrund arrangiert.

“Fernando“ – das wurde bereits im Musical-Film “Mama Mia 2“ mehr als toll gesanglich dargeboten. Hier merkt man, dass Cher das Zeug hat, vielleicht sogar besser als ABBA klingen zu können, aber sie sich aus Respekt zurückhält.

“Dancing Queen“ – ein Cover-Album, das nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber trotzdem ganz nett anzuhören ist. Jedenfalls mehr inspiriert, als ihre eigenen Songs neu einzuspielen, von denen sie ja etliche hat, wie “I’ve got you babe“, “The shoop shoop Song“, “Believe“, “All or nothing‘, “If I could turn back time“….

Über das Aussehen von Cher sage ich hierzu nichts, außer: Wer den Film gesehen hat, sah selbst, dass sich beim Singen nur noch ihr Mund und sonst fast nichts mehr im Gesicht bewegte. Einerseits traurig, aber auch – wie man im Kino lauthals im Filmkritiker-Publikum bei der Presse-Vorführung hörte – lustig.

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80s Playlist-Mixtape

Spandau Ballet live Tempodrom Berlin, 20.04.2015

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Spandau Ballet live Tempodrom Berlin (C) Martin Döringer

Tempodrom Berlin (C) Martin Döringer

Tempodrom Berlin (C) Martin Döringer

Marilyn („Calling your name“) stellt auf Twitter Zeichnungen aus

Marilyn (Peter Robinson) als Teenager

Marilyn „You don’t love me“ (1984)

Marilyn 2015 (52jährig)

BBC Philharmonic & Boy George, Orchestrales Radio-Konzert

Boy George

Boy George, 26.03.2011 DJ VIP-Club Felix im Hotel Adlon Berlin, (C) Martin Döringer

Am 27. September 2014 strahlte der britische Radiosender BBC Radio 2 ein spezielles Radio-Konzert der Extraklasse aus. Das Culture-Club-Album „Colour By Numbers“ (1983) wurde mit Boy George, sowie Gastsängern und dem BBC-Philharmonic-Orchestra als besonderes Radio-Konzert neu aufgenommen, ähnlich im Stil wie George Michaels aktuelle CD „Symphonic“. Darunter Meilensteine wie „Karma Chameleon“, „Victims“, „It’s a miracle“, „Church of the poison mind“ und „Miss me blind“. In einem Wort zusammengefasst: Fantastisch!

„Do you really want to hurt me“, das man mit Saxophon aufnahm, wurde von Ex-Bronski-Beat-Frontmann Jimmy Somerville auf eigene Weise vorgetragen, mit „Cry boy cry“-Lyrics aus seinem eigenen Hit „Smalltown Boy“ am Ende des Songs.

„Wir waren eher World-Musik als Achtziger-Jahre-Sound“, sagte Boy George im Radio-Interview.

Webseite: BBC Radio 2

Kylie Minogues Zusammenarbeit mit Popstars der 80er Jahre fruchtete nicht

Kylie Minogues aktuelles Album „Kiss me once“ verschwand bereits nach vier Wochen aus den Deutschen Top100-Album-Charts und unter den daraus ausgekoppelten Singles war auch kein richtiger Hit darunter. Dabei wundert man sich, geistern doch im Internet diverse unveröffentlichte Demos der australischen Künstlerin herum, die teilweise wesentlich besser klingen, als offiziell veröffentlichtes Material. Während der Produktion zu Minogues „X“-Album (2007) entschied sich die Plattenfirma gegen Produktionen von Achtziger-Jahre-Stars Siobhan Fahey (Bananarama, Shakespears Sister) und Boy George (Culture Club), die meiner Meinung nach Hits sind. „Lose Control“ reißt einem durch seinen positiven Refrain mit und „I am ready (Survivor)“ groovt mit feinem elektronischen Fingerspitzengefühl. Hier seien beide unveröffentlichten Tracks vorgestellt:  Lies den Rest dieses Beitrags